Unterwegs klingelte das Telefon. Einer der zwölf gemeldeten Teilnehmer musste aus gesundheitlichen Gründen aussteigen. Seine vier Etappen mussten sich die übrigen Teammitglieder aufteilen. Diese Nachricht brachte das Team kurz aus dem Gleichgewicht, doch die unerwartete Situation wurde schnell gemeistert.

Eine eindrucksvolle Strecke
Am Abend erreichten sie sicher die ostslowakische Metropole, bezogen ihre Unterkunft und gönnten sich ein leichtes Abendessen. Am nächsten Morgen fiel der Startschuss. „Einzelstarter und Teams starteten zu unterschiedlichen Zeiten. Die Organisatoren planten alles so, dass die Teilnehmer ungefähr gleichzeitig im Ziel ankommen sollten. Wir starteten um 8:40 Uhr. Uns war klar, dass uns eine anspruchsvolle Herausforderung erwartete“, sagt einer der Leistungsträger des Teams, Miroslav Griflík, Leiter der technischen Produktionsvorbereitung bei HKS Forge.

Und das stimmte: Die 525 Kilometer lange Strecke führte vom Zentrum Košices über Margecany, die Zipser Burg, Levoča, Vrbov, Tatranská Lomnica, vorbei am Štrbské Pleso, über Podbanské, die Liptau und Orava bis nach Zázrivá, Terchová und die Kleine Fatra. Der letzte Abschnitt führte über Žilina, Rajec und Čičmany zur Waag, weiter über Trenčín, Nové Mesto nad Váhom und unter den Kleinen Karpaten hindurch bis ins Ziel nach Bratislava. „Es waren wirklich wunderschöne und interessante Abschnitte“, beschreibt Miroslav Griflík. „Wir liefen durch Wälder und auf Asphalt, bei heißem und schwülem Wetter, aber auch im Regen – zum Glück blieben uns Gewitter diesmal erspart.“

Tag und Nacht
Der Lauf war nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch ein Test der Teamzusammengehörigkeit. Die Teilnehmer wechselten sich Tag und Nacht auf der Strecke ab, schliefen kurz im Auto oder draußen auf einer Isomatte und feuerten sich gegenseitig an. Besonders eindrucksvoll waren die Nachtetappen im natürlichen Lebensraum der Bären in der Hohen Tatra bzw. im Kvačianska-Tal. „Zwischen den Läufern gab es recht große Abstände, es war nicht wie bei einem klassischen Massenlauf. Jeder kämpfte auch ein Stück weit mit sich selbst“, gesteht Miroslav Griflík. „Aber gerade diese Momente werden wir am stärksten in Erinnerung behalten.“

Nach 50 Stunden, 12 Minuten und 22 Sekunden erreichte das Team das Ziel – alle müde, aber glücklich und stolz auf ihren Erfolg. In ihrer Kategorie belegten sie den 8. Platz. Insgesamt landeten sie auf Rang 42 von 89 registrierten Teams. Der größte Erfolg war jedoch, dass sie den Lauf erfolgreich beendet hatten. „Jeder von uns ging bis an seine Grenzen. Nach dem Rennen mussten wir viel Schlaf nachholen, aber das Gefühl im Ziel war es wert“, fasst Miroslav Griflík zusammen. Das Team von HKS Forge bewies erneut: Wenn es um eine Herausforderung geht – sei sie beruflich oder sportlich – halten sie zusammen und geben alles.

Darina Kvetanová